VG-Rat Weißenthurm beschließt Übernahme des Tauris-Geländes

VG-Rat Weißenthurm beschließt Erbbaurecht für das Tauris-Gelände: Das Bad wird für 1 Euro symbolisch übernommen, 25-Meter-Becken ganzjährig.

Von Sankt Sebastian aktuell2 Min. Lesezeit

Der Verbandsgemeinderat Weißenthurm hat die Weichen für die Zukunft des Freizeitbads Tauris gestellt. In seiner jüngsten Sitzung stimmte das Gremium mehrheitlich dafür, dass die Verbandsgemeinde das Gelände im Rahmen einer langfristigen Erbbaurechtslösung übernimmt. Das bestehende Gebäude soll für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro erworben werden.

Vorausgegangen war die Zustimmung der Stadt Mülheim-Kärlich zur Übertragung der Liegenschaft. VG-Bürgermeister Thomas Przybylla sagte dazu in der Sitzung: „Mit der Übernahme wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass am etablierten und beliebten Standort des Tauris auch künftig ein attraktives Angebot für Schwimmen, Sport und Freizeit möglich ist,“ und betonte zugleich die Bedeutung eines gemeinsamen, mit allen Kommunen der Verbandsgemeinde abgestimmten Vorgehens. „Entscheidend ist für uns, dass das Tauris-Gelände eine Zukunft hat und den Menschen in unserer Verbandsgemeinde und der Region auch weiterhin zur Verfügung steht.“

Laut dem Beschluss ist auf dem Areal insbesondere ein ganzjährig nutzbares 25-Meter-Becken vorgesehen. Die Anlage soll nicht nur für Schul- und Vereinsschwimmen genutzt werden, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Die intensiven Bemühungen der Stadt Mülheim-Kärlich, einen privaten Investor für das Tauris zu gewinnen, hätten zugleich gezeigt, dass eine erneute Nutzung des Schwimmbereichs im bestehenden Gebäude derzeit keine wirtschaftlich tragfähige Perspektive bietet. Auch für den bestehenden Saunabereich sollen verschiedene Möglichkeiten geprüft werden.

Der Rat stimmte dem Vorschlag mit 25 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zu. Fünf Ratsmitglieder lehnten den Beschlussvorschlag ab.

Klimaanpassung, Schule und weitere Projekte

Ein weiteres Zukunftsthema in der Ratssitzung war die Umsetzung des Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung. Vorgesehen ist die Einrichtung einer befristeten Stelle für ein Klimaanpassungsmanagement, das die Umsetzung eines entsprechenden Konzepts koordinieren soll. Hintergrund sind unter anderem die zunehmenden Herausforderungen durch Starkregen, Hochwasser und Hitzeperioden. Für das Vorhaben kann eine Förderung von bis zu 275.000 Euro bei einer Förderquote von 80 Prozent beantragt werden. Zu Beginn der Sitzung waren zudem Ergänzungswahlen für den Klima- und Umweltbeirat durchgeführt worden.

Auch die Grundschule St. Georg in Urmitz/Rhein war Gegenstand der Beratungen. Mit der geplanten Übernahme der Schulträgerschaft durch die Verbandsgemeinde zum 1. Januar 2027 soll auch die räumliche und pädagogische Weiterentwicklung der Schule vorangetrieben werden.

Darüber hinaus standen überarbeitete Planungen für die Außengelände der Kindertagesstätten St. Georg in Urmitz/Rhein und Don Bosco in Mülheim-Kärlich auf der Tagesordnung. Durch Anpassungen konnten die ursprünglich kalkulierten Kosten in beiden Fällen deutlich reduziert werden.

Schließlich entschied der VG-Rat, den einwohnerbezogenen Pauschalbetrag für die Unterbringung von Fundtieren im Tierheim Andernach ab dem 1. Januar 2027 von derzeit 1,50 Euro auf 2 Euro je Einwohner anzuheben. Dafür sind im Haushalt 2027 bereits rund 71.000 Euro vorgesehen.

Die nächste Sitzung des Rates der Verbandsgemeinde Weißenthurm findet am 16. Dezember 2026 statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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