Verborgener Eingang der Feste Kaiser Franz wird wiedereröffnet
Sanierung und Neubau schaffen attraktiven Zugang zum Koblenzer Festungspark

In einem bedeutenden Schritt für die Entwicklung des Festungsparks Kaiser Franz wurde die Poterne der Feste Franz nach Jahrzehnten wieder geöffnet. Mit der Freilegung der ehemals zugemauerten Torbögen nimmt das Projekt „Festungsstadt Koblenz“ sichtbare Formen an. Die Poterne, ein historischer Zugang, rückt damit erneut in den Fokus städtischer Aufmerksamkeit und wird künftig eine zentrale Rolle als repräsentativer Haupteingang spielen.
Projektförderung und städtebauliche Bedeutung
Ermöglicht wird dieses ambitionierte Bauvorhaben durch die Förderung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen der „Nationalen Projekte des Städtebaus“. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung in Koblenz und stellt sicher, dass die historischen Strukturen fachgerecht erhalten bleiben.
Historische Details der Poterne
Hinter dem beeindruckenden Schmuckportal im ägyptisierenden Stil mit der Inschrift
„Veste Kaiser Franz / Erbauet unter Friedrich Wilhelm III. / Jahren 1817 bis 1820“
verbirgt sich ein historischer Hohlgang. Die sogenannte Hauptpoterne, die einst in den Innenhof der Festungsanlage führte, misst 42 Meter und war über viele Jahrzehnte verschlossen.
Bauarbeiten und aktuelle Entwicklungen
Der Durchgang bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch für Besucher gesperrt, da laufende Bauarbeiten, insbesondere an der Gewölbedecke, durchgeführt werden. Eingebrachte Stahlanker stabilisieren dabei das Bauwerk in Richtung der angrenzenden Bahnlinie. Fachgerecht ausgeführter Verputz in historischer Technik schützt die Bausubstanz.
An der äußeren Hangmauer werden ebenfalls umfassende Sanierungen durchgeführt: Risse im Mauerwerk werden verfüllt, marode Teilbereiche erneuert und die gesamte Mauer wird zur langfristigen Sicherung überschlämmt.
Ausblick: Neuer Haupteingang und weitere Attraktionen
Mit Abschluss der Arbeiten im Frühjahr wird die Poterne feierlich als neuer Haupteingang eröffnet. Das Dach der Poterne erhält eine neue Nutzung als Aussichtsbalkon mit Blick auf Stadt und Festungsanlage. Darüber hinaus ist im Außenbereich die „Bühne der Grabenwehr“ als Freiluftbühne mit Sitzgelegenheiten geplant, ergänzt durch eine neue Treppe in den höher gelegenen Parkbereich.
Die Wiedereröffnung der Poterne steht somit nicht nur für die bauliche, sondern auch für die kulturelle und städtebauliche Aufwertung der Festungsstadt Koblenz. Das Projekt verbindet Denkmalschutz und moderne Stadtentwicklung und schafft neue Aufenthalts- und Erlebnisräume für Anwohner und Besucher gleichermaßen.
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