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Koblenz gibt Naturdenkmälern neue Kraft

Innovatives Bodenvitalisierungsverfahren stärkt Mammutbaum und Atlaszeder im Schlossgarten

Von Redaktion Koblenz
Koblenz gibt Naturdenkmälern neue Kraft
Koblenz gibt Naturdenkmälern neue Kraft
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Im Schlossgarten von Koblenz sorgen derzeit ungewöhnliche Arbeiten für Aufsehen. Unweit des Oberlandesgerichts beobachten Passanten, wie Mitarbeiter einer niederländischen Spezialfirma mit Bohrmaschinen und einer besonderen Apparatur den Boden rund um zwei große Bäume behandeln. Was auf den ersten Blick wie ein Experiment wirkt, verfolgt ein klares Ziel: Die beiden Naturdenkmäler – ein Mammutbaum und eine Atlaszeder – sollen fit für die Zukunft gemacht werden.

Natürlicher Schutz mit außergewöhnlichen Mitteln

Beide Bäume stehen seit April 1937 unter besonderem Schutz und sind als Naturdenkmäler ausgewiesen. Ihr genaues Alter ist unbekannt, doch sie haben bereits deutliche Altersspuren. Am Mammutbaum sind Schäden im Wurzelbereich sichtbar, die Atlaszeder musste gekürzt werden, um ihr Überleben zu sichern.

Um die Bäume zu erhalten, wenden die Fachleute ein spezielles Bodenvitalisierungsverfahren an. Zunächst bohren sie Löcher in das verdichtete Erdreich und den Rasen zwischen den Baumriesen. Anschließend wird mit einer Spezialmaschine Druckluft eingeblasen, um unterirdische Hohlräume zu schaffen und den Boden zu lockern. Der Effekt: Das Erdreich bewegt sich sichtbar und wirkt, als würde es „tanzen“.

Moderner Baumschutz mit Fachwissen

Stadtbaummanager Stephan Dally erläutert das Vorgehen: „Wir vitalisieren hier unsere beiden Naturdenkmäler, lösen Bodenverdichtungen und bringen ein spezielles Substrat ein, das aus Wurmkompost, Pflanzenkohle und anderen Zusatzstoffen besteht. Damit wollen wir den Bäumen noch ein weiteres, gutes Leben ermöglichen.“

Im zweiten Schritt wird dieses Substrat mit niedrigem Druck in die entstandenen Hohlräume eingeblasen, um die Vitalität der Wurzeln weiter zu steigern. Im Vorfeld hatten Beschäftigte des städtischen Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen den Wurzelbereich vorsichtig freigelegt, um die Arbeit an den Bäumen ohne Schäden zu ermöglichen.

Regelmäßige Pflege für den Fortbestand der Naturdenkmäler

Stephan Dally betont, dass die aufwändige Maßnahme gemeinsam mit dem städtischen Umweltamt abgestimmt wurde und gemäß Bundesnaturschutzgesetz notwendig ist. Rund 7.000 Euro investiert die Stadt Koblenz in die Standortverbesserung. Dally führt aus, dass das Verfahren bereits an anderen Stellen mit Erfolg angewendet wurde, etwa am Görresdenkmal oder bei Eichen auf der Festung Ehrenbreitstein.

Nachhaltige Pflege der Schlossgarten-Bäume

Im Anschluss an die Bodenvitalisierung wird der zuvor bearbeitete Bereich rund um die Bäume mit Stauden neu bepflanzt. So soll verhindert werden, dass künftig jemand die empfindlichen Wurzeln betritt. Darüber hinaus sorgt ein weiteres Substrat dafür, den Boden abzupuffern und ein optimales Milieu für die Baumriesen zu schaffen.

Ein Video der Arbeiten ist unter folgendem Link verfügbar:

Video zur Bodenvitalisierung im Schlossgarten Koblenzhttps://t1p.de/baumrevi

Bäume als regionale Identität

Die Pflege der Naturdenkmäler ist für die Stadt Koblenz und ihre Bürger mehr als reine Pflicht. Die Mammutbäume und Atlaszedern des Schlossgartens prägen das Bild der Stadt und sind Teil ihrer Geschichte. Die aktuellen Maßnahmen zeigen, wie moderne Technik und umweltfachliches Know-how traditionelle Baumpflege ergänzen können.

Ob das spezielle Verfahren den beiden Bäumen den erhofften neuen Lebensschub geben wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Stadt setzt unterdessen weiterhin auf innovative Methoden zum Schutz ihrer grünen Wahrzeichen.

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