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Erschöpferisch: Kunst trifft Reflexion in Koblenz

Aschermittwoch 2026 vereint Musik, Theater und bildende Kunst unter dem Thema schöpferische Erschöpfung

Von Redaktion Koblenz
Erschöpferisch: Kunst trifft Reflexion in Koblenz
Bild zum Beitrag© Redaktion Koblenz

Der Aschermittwoch 2026 bot der Koblenzer Kulturszene eine besondere Gelegenheit: In der Herz-Jesu-Kirche kamen verschiedenste künstlerische Disziplinen zusammen, um den traditionsreichen „Aschermittwoch der Künstler“ unter dem Motto „öpferisch“ zu begehen. Das diesjährige Thema widmete sich dem Spannungsfeld zwischen Erschöpfung und schöpferischer Kraft – ein Aspekt, der im künstlerischen Schaffen wie in der Gesellschaft von großer Bedeutung ist.

Koblenzer Institutionen gestalten ein vielseitiges Programm

Zahlreiche lokale Kulturakteurinnen und Kulturakteure, koordiniert vom Kultur- und Schulverwaltungsamt, prägten die Veranstaltung. Mitgewirkt haben unter anderem:

  • Die Rheinische Philharmonie
  • Die Musikschule Stadt Koblenz
  • Das Koblenzer Jugendtheater
  • Der Jugendkammerchor der Singschule
  • Opernchor und Schauspieler des Theaters Koblenz
  • An der Orgel begleitete Dekanatskantor Joachim Aßmann den Gottesdienst musikalisch.

    Die geistliche Leitung teilten sich Superintendent Rolf Stahl (evangelische Kirche) und Domkapitular Dekan Thomas Darscheid (katholische Kirche), womit die Veranstaltung konfessionsübergreifenden Charakter zeigte.

    Impulse und Denkanstöße: Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert

    Ein zentraler Programmpunkt war die Ansprache von Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert (Universität Koblenz). Mit seiner Deutung des Wortspiels „erschöpferisch“ hinterfragte er die Bedeutung von Kreativität in einer Ära permanenter Selbstoptimierung. Besonders hervorzuheben ist sein Bezug auf das Bild des „Prothesengott“ von Sigmund Freud, anhand dessen er die Rolle moderner Technologien, Künstlicher Intelligenz und politischer Entwicklungen beleuchtete.

    Liebert kritisierte, dass Macht und Konsum oft den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen, und betonte im Gegenzug die Bedeutung von Liebe und Mitgefühl als unerschöpfliche Kräfte. Damit schlug er die Brücke zwischen künstlerischer Schaffenskraft und ethischen Werten.

    Visuelle Akzente: Kunstwerk von Barbara Gröbl

    Die bildende Kunst setzte mit dem Werk „Mensch“ von Barbara Gröbl einen prägnanten Akzent. Herabhängende Arme aus Leinen und Äpfeln thematisierten den Sündenfall sowie die Ambivalenz der menschlichen Existenz – zwischen der Fähigkeit zu lieben, zu schöpfen und zu zerstören.

    Das Kunstwerk ist noch bis Sonntag, den 15. März 2026, in der Herz-Jesu-Kirche während der Öffnungszeiten zu besichtigen.

    Eröffnung einer neuen Ausstellung

    Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Künstlerhaus Metternich die Ausstellung „Ein Teil des Ganzen XII - ERSCHÖPFERISCH“ eröffnet. Die Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein e.V. (AKM) präsentiert darin Werke, die das Thema schöpferische Erschöpfung aus unterschiedlichen Perspektiven illustrieren.

    Kreativität im gesellschaftlichen Kontext

    Der Aschermittwoch der Künstler stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von Reflexion und Aufbruch. Das Programm bot Impulse zur Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Gegenwart – von der Leistungssteigerung über technischen Fortschritt bis hin zur Frage, wie sich Mitgefühl und kreative Energie gegen gesellschaftliche Erschöpfung behaupten können.

    Die Verbindung von Musik, Theater, bildender Kunst und geistlichem Rahmen machte den Aschermittwoch 2026 zu einem besonderen Ereignis für die Kulturregion Koblenz, das sicherlich noch lange nachwirken wird.

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