„Die Ermittlung“: Premiere eines gesellschaftskritischen Theaterstücks
Am 17. Mai zeigt das Stadtteiltheater Koblenz die Inszenierung über den Auschwitz-Prozess, um das Bewusstsein für Antisemitismus und Rechtsextremismus zu schärfen.
Das Stadtteiltheater Karthause lädt zur Premiere seines neuen Theaterstücks „Die Ermittlung“ ein. Dieses Werk des Autors Peter Weiss wird am Samstag, den 17. Mai um 20 Uhr im Jugend- und Bürgerzentrum (JuBüZ) Karthause, Potsdamer Straße 4 in Koblenz, erstmals aufgeführt. Das Stück ist ein bedeutender Beitrag zur Erinnerungskultur und stellt aktuelle gesellschaftliche Fragen in den Vordergrund.
Eine Theaterpremiere mit gesellschaftlicher Relevanz
Das Ensemble des Stadtteiltheaters Karthause präsentiert unter der Regie von Michael Lüdecke, Dipl. Theaterpädagoge (FH) und Leiter des JuBüZ, eine Inszenierung des dokumentarischen Theaterstücks „Die Ermittlung“. Das Werk von Peter Weiss wurde 1965 uraufgeführt und basiert auf dem realen Frankfurter Auschwitz-Prozess, der zwischen Dezember 1963 und August 1965 stattfand.
Die Premiere findet am Samstag, 17. Mai um 20 Uhr statt. Weitere Vorstellungen sind am 18., 24., 20. und 25. Mai jeweils um 15 Uhr vorgesehen. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Inhalt und Zielsetzung des Stücks
„Die Ermittlung“ greift eine der dunkelsten Perioden der deutschen Geschichte auf: die Verbrechen des NS-Regimes und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Holocaust. Peter Weiss verarbeitet in seinem Oratorium in 11 Gesängen die Gerichtsprotokolle des Frankfurter Prozesses, in dem Täter und Opfer direkt konfrontiert wurden.
Das Theaterstück versucht, das unvorstellbare Grauen von Auschwitz in die Sprache der Bühne zu übersetzen und einen Raum zur kritischen Auseinandersetzung zu schaffen. Das Ensemble verbindet originale Textpassagen mit selbst erarbeiteten Szenen, um die Brücke zur Gegenwart zu schlagen und die heutige Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rechtsextremismus zu thematisieren.
Erinnerungskultur und aktuelle Bezüge
Die Aufführung von „Die Ermittlung“ durch das generationsübergreifende Amateurtheaterensemble ist nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Statement. Mit der Wahl des Stücks möchte das Theater einen Beitrag zur lebendigen Erinnerung an den Holocaust leisten und die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus betonen.
Die Frage, wie die Gesellschaft mit den Schrecken der Vergangenheit umgeht, ist angesichts aktueller Entwicklungen relevanter denn je. Die Aufführung regt zur Reflexion an und lädt das Publikum ein, die Verantwortung für die Aufarbeitung der Geschichte mitzudenken.
Gestalterisches Konzept und Förderung
Das Bühnenbild und die Kostümausstattung stammen von Dipl. Szenenbildnerin Nicole Heidel, die bereits mehrfach für das Stadtteiltheater Karthause gearbeitet hat. Die sechzehnte Stückproduktion der Theatergruppe wird durch die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz gefördert.
Mit „Die Ermittlung“ setzt das Ensemble erneut auf eine professionelle künstlerische Umsetzung und ein engagiertes Team, um ein zeitlos relevantes Thema für das Publikum bewegend und eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen.
Weitere Informationen und Kontakt
Die Aufführungen finden im JuBüZ Karthause, Potsdamer Straße 4, Koblenz statt. Interessierte können sich für weitere Informationen und Anfragen an die Veranstalter wenden.
Mit der Inszenierung von „Die Ermittlung“ schafft das Stadtteiltheater Karthause nicht nur einen Ort der kulturellen Begegnung, sondern auch einen Raum für gesellschaftlichen Diskurs. Die Bedeutung solcher Projekte für die Aufarbeitung der Vergangenheit und das gesellschaftliche Bewusstsein kann kaum überschätzt werden.
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