70 Jahre alte Eiche gerettet
Stabilisierung und klimaresistente Nachpflanzung sichern urbanen Baumbestand trotz Klimawandel

An der Schlachthofstraße sorgt ein prägnanter Eingriff für den Erhalt einer markanten Eiche. Um die Verkehrssicherheit an einer vielbefahrenen Straße weiterhin gewährleisten zu können, wurde der rund 70 Jahre alte Baum jüngst aufwendig saniert. Die Hänge-Stieleiche, botanisch als Quercus robur 'Pendula' bezeichnet, steht an der Ecke zur Rauentalshöhe – ein Standort, der aufgrund der Nähe zur Fahrbahn ein besonderes Augenmerk auf Sicherheit erfordert.
Erhalt durch innovative Maßnahmen
Vor einigen Wochen hatte der Stamm der Eiche in etwa zwei Metern Höhe einen deutlichen Riss erlitten – vermutlich ausgelöst durch eine Kombination aus Wind, starkem Regen und der Last zahlreicher Eicheln. Sofortige Maßnahmen waren notwendig, um ein weiteres Aufreißen oder gar den Bruch des Baums zu verhindern.
Zuerst sicherten Fachkräfte den unteren Bereich des Stamms provisorisch mit Seilen. Anschließend erfolgte im Auftrag des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen eine nachhaltigere Sanierung. Baumsanierer bohrten mit spezieller Ausrüstung zwei lange Löcher in den Stamm und führten verzinkte Gewindestangen mit einem Durchmesser von 24 Millimetern hindurch. Mit großen Unterlegscheiben und Schrauben wurde der gerissene Bereich so stabilisiert.
Längerfristige Perspektive für den Standort
Nach Einschätzung des Stadtbaummanagers bietet diese Sicherung die Aussicht, dass der betroffene Baum sowie weitere Exemplare am Ort noch mindestens zehn Jahre erhalten bleiben können. Der Ersatz von Stadtbäumen dieser Größe wird als äußerst aufwendig und schwierig eingeschätzt.
Setzung auf klimaresistente Arten
Als zusätzliche Maßnahme zur nachhaltigen Begrünung wird im Herbst eine ungarische Eiche (Quercus frainetto) ganz in der Nähe gepflanzt. Der neue Baum ist bereits fast 40 Jahre alt und wartet mit einem beachtlichen Stammumfang von etwa 80 Zentimetern auf. Die Wahl fiel auf diese Eichenart, weil sie als besonders trockenheits- und hitzeresistent sowie wenig anfällig gegenüber typischen Eichenkrankheiten gilt. Als sogenannter „Klimabaum“ kann die ungarische Eiche einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima leisten.
Weitere Entwicklung im Blick
Die Sanierung der alten Hänge-Stieleiche sowie die geplante Neupflanzung stehen exemplarisch für den nachhaltigen Umgang mit Stadtgrün. Sie zeigen, wie viel Aufwand und Innovation in die Sicherheit und den Erhalt des Baumbestands investiert werden – ein Thema, das angesichts des Klimawandels und der Verdichtung urbaner Räume zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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