Motorradfahrer buchen Unfallstellenrundfahrt komplett aus
Präventionsaktion in Edenkoben führte zu vier Unfallorten und zeigte, worauf es bei Kurven, Tempo und Schutzkleidung ankommt

Die hiesige Dienststelle in Edenkoben hat am Samstag, dem 09.05.2026, die Präventionsveranstaltung „Unfallstellenrundfahrt“ durchgeführt. Nach einer Ankündigung über Presse und soziale Medien stieß das Format auf außerordentlich großes Interesse: Die 11 Teilnehmerplätze waren vollständig ausgebucht.
Unterstützt wurde die Aktion von einem interdisziplinären Team. Zu den eingesetzten Beamten gehörten Motorradpolizisten, begleitet von Maltesern sowie einem aktiven und einem ehemaligen Motorradfahrer. Der Ansatz verband damit polizeiliche Erfahrung mit praktischer Perspektive aus dem Alltag von Motorradfahrern.
Vorbereitung, Theorie und klare Gruppenregeln
Zu Beginn stand ein theoretischer Teil im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden fahrtechnische Grundlagen besprochen und klare Gruppenregeln für die gemeinsame Ausfahrt festgelegt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Austausch über individuelle Erlebnisse von Motorradfahrern im Straßenverkehr. Dieser Einstieg erwies sich als wertvoll, um die spätere Fahrt inhaltlich zu rahmen und die Teilnehmer gezielt einzubinden.
Vor dem Start der Route erfolgte außerdem eine obligatorische Überprüfung der Motorräder auf ihre Verkehrssicherheit. Erst danach setzte sich die Gruppe gemeinsam in Bewegung.
Route über Gleisweiler bis zum Johanniskreuz
Die Fahrt führte über Gleisweiler im Dienstgebiet bis zum Johanniskreuz. Im Zentrum standen dabei insgesamt vier markante Unfallstellen, an denen es in der Vergangenheit zu schweren oder sogar tödlichen Motorradunfällen gekommen war.
Vor Ort wurde das jeweilige Unfallgeschehen detailliert aufgearbeitet. Die unmittelbare Konfrontation mit den Realfolgen diente dazu, Prävention greifbar zu machen und das Gefahrenbewusstsein der Teilnehmer zu schärfen. Dabei ging es vor allem um konkrete Hinweise zu Kurvenlinie, Geschwindigkeitswahl und Sichtbarkeit.
Prävention mit direktem Praxisbezug
Das Ziel der Rundfahrt war klar: Die Teilnehmer sollten nachhaltig für eine defensive Fahrweise sensibilisiert werden. Die Veranstaltung setzte dabei nicht auf abstrakte Hinweise, sondern auf direkte Anschaulichkeit an realen Unfallorten. Genau dieser Bezug zur Praxis machte das Format für die Teilnehmer offenbar besonders nachvollziehbar und wirksam.
Abschluss beim Fachhändler für Motorradbekleidung
Den Schlusspunkt der Rundfahrt bildete ein Besuch bei einem Fachhändler für Motorradbekleidung. Dort lag der Schwerpunkt auf der passiven Sicherheit. Behandelt wurden unter anderem die optimale Passform von Schutzkleidung sowie neue Entwicklungen wie die Airbagweste, die einen Beitrag zur Verletzungsminimierung leisten kann.
Damit wurde der Bogen von der Unfallvermeidung bis zum Schutz im Ernstfall geschlossen. Die Veranstaltung verband theoretische Inhalte, praktische Erfahrung und konkrete Sicherheitsfragen in einem kompakten Konzept.
Positives Feedback und mögliche Fortsetzung
Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchweg positiv aus. Auch der konstruktive Austausch - sowohl mit Kollegen der Polizei als auch unter Bikern selbst - wurde ausdrücklich hervorgehoben. Das gute Feedback im Rahmen der Evaluation sowie die hohe Nachfrage bestätigen aus Sicht der Veranstalter den Erfolg des praxisnahen Ansatzes.
Vor diesem Hintergrund sind weitere gleichgelagerte Präventionsveranstaltungen in naher Zukunft bereits angedacht. Die „Unfallstellenrundfahrt“ könnte damit zu einem wiederkehrenden Format werden, das Prävention und direkte Erfahrung miteinander verbindet.
Ein Format mit klarer Stoßrichtung
Die Veranstaltung zeigte, wie sich Verkehrsprävention nicht nur informieren, sondern auch unmittelbar erfahrbar machen lässt. Durch die Kombination aus Theorie, Fahrt, Unfallort-Besichtigung und Sicherheitsberatung entstand ein inhaltlich geschlossenes Angebot, das bei den Teilnehmern offenkundig auf großes Interesse gestoßen ist.
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