Fast die Hälfte der KI-Nachrichten fehlerhaft
Internationale Studie deckt gravierende Mängel bei ChatGPT & Co. auf – Experten fordern strengere Kontrollen und mehr Medienkompetenz

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Künstliche Intelligenz (KI) wird für immer mehr Menschen zur zentralen Informationsquelle. Im Zuge dieser Entwicklung hat eine internationale Studie nun offenbart, dass fast jede zweite KI-generierte Nachricht signifikante Fehler aufweist. Die Ergebnisse werfen einen kritischen Blick auf die Qualität von KI-Assistenzsystemen in der Nachrichtenvermittlung.
Studie offenbart weitreichende Fehlerquoten
Die am 22. Oktober 2025 veröffentlichte Studie „News Integrity in AI Assistants“ zeigt, dass 45 Prozent der durch KI-Assistenten erzeugten Nachrichteninhalte mindestens erhebliche Fehler enthalten. Die Untersuchung wurde im Rahmen der EBU Assembly in Neapel vorgestellt. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von 22 öffentlich-rechtlichen Medienorganisationen aus 18 Ländern und 14 Sprachen, darunter ARD und ZDF.
Insgesamt wurden über 3.000 KI-Antworten, erzeugt von Systemen wie ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity, von professionellen Journalistinnen und Journalisten überprüft. Bewertet wurden die Antworten anhand zentraler Kriterien:
Die Studie baut auf Vorarbeiten der BBC aus dem Februar 2025 auf und verdeutlicht, dass systematische Fehler bei KI-generierten Nachrichten branchenweit auftreten.
Zentrale Ergebnisse im Überblick
Stimmen aus den beteiligten Medienhäusern
Dr. Norbert Himmler, Intendant des ZDF, betont: „Wir wollen die Informationsvermittlung im KI-Zeitalter mitgestalten und die Chancen nutzen. Die Studie belegt zugleich die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Informationsangebote, die den Menschen verlässliche journalistische Einordnung bieten – etwas, das KI-Tools allein nicht leisten können. Sie unterstreicht zudem die Notwendigkeit, Qualität kontinuierlich zu überprüfen.“
Florian Hager, Vorsitzender und hr-Intendant, erklärt: „Wir sehen unsere Linie gestützt: Wir brauchen vertrauenswürdige KI-Systeme. Wir haben explizit Interesse daran, unsere Inhalte für Nutzende zugänglich zu machen. Deshalb suchen wir aktiv das Gespräch mit Plattformen, um gute Kooperationsmodelle zu entwickeln und einen regulierten Zugang zu unseren Inhalten zu ermöglichen. Es braucht Mechanismen, die falsche und missverständliche Inhalte verhindern.“
Empfehlungen und Ausblick
Die Forscherinnen und Forscher haben ein „Toolkit“ veröffentlicht, das Vorschläge zur Verbesserung der KI-Module und zur Förderung von Medienkompetenz bietet. Zentrale Fragen der weiteren Arbeit sind:
Ein wichtiges Anliegen der Studienmitglieder ist auch die konsequente Umsetzung bestehender Gesetze zur Informationsintegrität und die Förderung der Medienvielfalt durch die EU und nationale Regulierungsbehörden. Sie sprechen sich für eine fortlaufende unabhängige Überwachung und kontinuierliche Forschung aus, um mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten.
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