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Uni Siegen und Kaiserslautern erforschen Schulen vor Ort

45 Studierende analysieren Raum, Mobilität und Umfeld – Ergebnisse fließen in Stadt- und Schulentwicklung bis 2026 ein

Uni Siegen und Kaiserslautern erforschen Schulen vor Ort
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

Die Universität Siegen und die Stadt Kaiserslautern haben eine neue Kooperation ins Leben gerufen, bei der 45 Studierende des Lehr- und Forschungsgebiets Städtebau kürzlich zwei Tage lang das Kaiserslauterer Rathaus und verschiedene Schulstandorte besuchten. Ziel dieses Projekts ist es, Impulse für die Quartiersentwicklung zu setzen und die Rolle von Schulen im städtischen Kontext neu zu beleuchten.

Fokus auf Schulstandorte in Kaiserslautern

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht eine umfassende Analyse von insgesamt 18 Schulstandorten, darunter zehn Grundschulen, sieben Förderschulen und eine weiterführende Schule. Die Studierenden beschäftigen sich unter anderem mit den räumlichen und sozialen Rahmenbedingungen, der Freiraumqualität sowie mit Fragen der Mobilität rund um die Schulen.

Die Teams begutachten vor Ort die jeweiligen Einrichtungen, um ein differenziertes Bild der Gegebenheiten zu gewinnen. Ein gesondertes Team untersucht zudem die Verteilung der Schulbezirke im Stadtgebiet und deren Einfluss auf das städtische Leben.

Projektziele und Ausblick

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in einem Portfolio zusammengefasst, das als Grundlage für künftige Aus-, Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen dienen kann. Die Veröffentlichung einer Abschlussbroschüre ist für den Sommer 2026 geplant, während das gesamte Kooperationsprojekt im September 2026 abgeschlossen wird.

Die Stadtverwaltung erhofft sich von der Zusammenarbeit nicht nur neue Impulse für die Schulentwicklung, sondern auch konkrete Anhaltspunkte für die Vergabe künftiger Planungsaufträge.

Herausforderungen und Entwicklungen

Im Rahmen ihres Besuchs erhielten die Studierenden Einblicke in aktuelle Herausforderungen wie den steigenden Sanierungsbedarf sowie den erhöhten Bedarf an Raumkapazität wegen bevorstehender Neueinschulungen in den Jahren 2026 bis 2028. Auch über zentrale Entwicklungen wie das neue Stadtentwicklungskonzept und die laufenden Förderprogramme zur Stärkung der Schulen als Gemeinschaftsorte wurden sie informiert.

Mit dem Ganztagsförderungsgesetz (

), dem Landesprojekt „Familiengrundschulzentren als multiprofessionelle Orte in der Schule“ (FamOS) und dem bundesweiten „Startchancen-Programm“ stehen in den kommenden Jahren zudem wichtige Veränderungen an, die die Bildungslandschaft in Kaiserslautern nachhaltig prägen werden.

Stimmen und Unterstützung

Beigeordneter Manuel Steinbrenner betonte im Großen Ratssaal die zentrale Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung und den Strukturwandel in Kaiserslautern:

„Bildung ist ein Schlüsselfaktor für den Strukturwandel und somit für die Entwicklung unserer Stadt. Darüber hinaus können Schulen aber noch viel mehr sein als reine Unterrichtsorte. Sie sind Orte des Austauschs, der Teilhabe und Treffpunkte. Die Weiterentwicklung von Schulen und ihren Schulhöfen trägt zu mehr Aufenthaltsqualität, sozialem Miteinander und einem besseren Mikroklima in der Stadt bei.“

Interdisziplinarität als Schlüssel zum Erfolg

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr.-Ing. Thorsten Erl und Hugo Beschoor Plug. Die Universität Siegen bietet mit ihrer Fakultät II ein einzigartiges interdisziplinäres Umfeld, in dem Schnittstellen aus Sozialwissenschaften, Raumplanung und Kunst zusammengeführt werden. Das dazugehörige Interdisziplinäre Zentrum für Bildungsräume fördert den Austausch zwischen verschiedenen Forschungsrichtungen rund um das Thema Bildungsräume.

Zusätzliche Unterstützung erhielten die Studierenden von Professor Sascha Henninger von der RPTU, insbesondere in Fragen rund um Schulen als Lebensmittelpunkt und klimafreundliche Schulgestaltung.

Wissenschaftliche Feldforschung und kommunale Partnerschaft

Während des Aufenthalts in Kaiserslautern konnten sich die Studierenden nicht nur einen Eindruck von architektonischen und sozialen Aspekten der Schulstandorte verschaffen, sondern auch wertvolle Kontakte zur Stadtverwaltung und lokalen Akteurinnen und Akteuren knüpfen. Die städtischen Referate Gebäudewirtschaft, Stadtentwicklung, Schulen und Kultur sicherten ihre Unterstützung zu. Darüber hinaus beteiligt sich die Stadt Kaiserslautern finanziell am Projekt.

Die Kooperation zwischen der Universität Siegen und der Stadt Kaiserslautern zeigt, wie interdisziplinäre Forschung und kommunale Praxis gemeinsam neue Wege in der Stadt- und Bildungsentwicklung beschreiten können. Die Ergebnisse des Projekts werden mit Spannung erwartet und könnten Modellcharakter für weitere Städte haben.

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