Pfaff-Quartier: Neue Energiezentrale eingeweiht
Die Anlage soll Wärme liefern, als Forschungsort dienen und das klimaneutrale Stadtviertel EnStadt:Pfaff voranbringen.

Im Pfaff-Quartier ist ein weiterer zentraler Baustein für die künftige Entwicklung gesetzt worden: Am 12. Mai wurde dort die Energiezentrale auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Pfaff eingeweiht. Die Inbetriebnahme gilt als wichtiger Meilenstein für die klimaneutrale Quartiersentwicklung im Leuchtturmprojekt EnStadt:Pfaff und für den Aufbau des neuen Stadtviertels.
Ein Gebäude mit Funktion und Anspruch
Die Energiezentrale ist bereits seit einigen Wochen fertiggestellt und steht neben der Pforte sowie gegenüber dem Medizinischen Versorgungszentrum, die beide unter Denkmalschutz stehen. Vor diesem Hintergrund wurde das Gebäude vom Planer RBS wave architektonisch anspruchsvoll gestaltet. Es soll im Eingangsbereich des Pfaff-Quartiers den zukunftsweisenden Anspruch des Areals sichtbar machen.
Auch technisch übernimmt die Anlage eine Schlüsselrolle: Sie ist das Herzstück der Wärmeversorgung des Quartiers. Von dort aus wird die Niedertemperatur-Wärme mit einer Vorlauftemperatur von etwa 65 °C verteilt. Diese wird primär aus dem Rücklauf der städtischen Fernwärme gespeist. Zusätzlich fließt die Abwärme von Kältemaschinen in das Wärmenetz ein.
Forschung, Versorgung und neue Technik
Die Energiezentrale ist nicht nur Versorgungsinfrastruktur, sondern auch Forschungsort. Sie umfasst ein Labor zur Erforschung des bidirektionalen Ladens von Elektrofahrzeugen. Damit verbindet das Projekt praktische Energieversorgung mit wissenschaftlicher Entwicklung.
Auch die Gebäudehülle ist Teil des technischen Konzepts. Der moderne kubische Bau verfügt über eine Photovoltaikfassade mit roter Farbbeschichtung aus Morphocolor-Modulen. Die Beschichtungstechnologie wurde am Fraunhofer ISE, einem der beteiligten Institute im Projekt EnStadt:Pfaff, entwickelt und sorgt für eine hohe Effizienz der farbigen PV-Module.
Kolloquium der Projektpartner zur Einweihung
Anlässlich der Einweihung fand auf dem Pfaff-Gelände ein Kolloquium der Projektpartner statt. Begrüßt wurden die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner. Er hatte zuvor auch symbolisch den Schlüssel zur Energiezentrale an die SWK übergeben.
Steinbrenner verwies auf die Herausforderungen und Chancen, die mit der Entwicklung der ehemaligen Nähmaschinenfabrik zu einem Stadtviertel verbunden sind. Zugleich hob er hervor, dass man dank EnStadt:Pfaff auf einem guten Weg sei. Das Projekt beschrieb er als Leuchtturmprojekt, wenn es darum gehe, Erkenntnisse in der modernen Energieversorgung von Stadtquartieren zu gewinnen und diese auf andere Viertel sowie andere Kommunen zu übertragen.
Förderung und Projektziele
EnStadt:Pfaff wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft Klimaschutz (BMWK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ gefördert. Das Forschungsprojekt lief von 2017 bis 2024 und verfolgte einen umfassenden Ansatz, um Technologien und Erfolgsfaktoren für klimaneutrale Quartiere zu untersuchen und zu erproben.
Diese Bereiche wurden im Projekt sowohl erforscht als auch demonstriert. Damit sollte nicht nur die technische, sondern auch die gesellschaftliche Seite einer klimaneutralen Quartiersentwicklung abgebildet werden.
Anschlussvorhaben bis 2027
Aktuell läuft noch bis 2027 ein Anschlussvorhaben. Es dient dazu, die bereits umgesetzten Maßnahmen weiterzuverfolgen, den Transfer der Erkenntnisse voranzutreiben und den Betrieb der Anlagen zu optimieren. Damit bleibt die Entwicklung des Quartiers auch nach dem Abschluss des ersten Forschungsprojekts eng an den bisherigen Ergebnissen orientiert.
Zusammengefasst markiert die Einweihung der Energiezentrale einen sichtbaren Schritt in der Umgestaltung des Pfaff-Areals. Sie verbindet Versorgung, Forschung und Architektur an einem Ort und macht den Anspruch des Quartiers auf klimaneutrale Entwicklung konkret sichtbar.
Unter https://pfaffquartier-klimaneutral.de/ ist alles Wissenswerte zu dem Projekt zusammengefasst.
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