Kunst auf Rezept: Neues Pilotprojekt in Kaiserslautern
Ärzte verschreiben Kulturangebote zur Förderung der psychischen Gesundheit – Studie begleitet den bundesweit einzigartigen Ansatz

In der Fruchthalle Kaiserslautern fiel in dieser Woche der Startschuss für ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt: „Kunst und Kultur auf Rezept“. Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz eröffnete das Projekt im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Medizin und Psychotherapie. Das Vorhaben bringt Gesundheit und Kultur enger zusammen und nimmt deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein.
Hintergründe des Projekts
Mit dem innovativen Ansatz reagiert das Referat Kultur auf eine gesellschaftliche Herausforderung: Viele Arztbesuche werden nicht nur durch körperliche, sondern auch durch soziale und psychische Belastungen wie Einsamkeit, Ängste oder Sorgen ausgelöst. In solchen Fällen stößt die klassische Medizin oft an ihre Grenzen.
Um hier neue Wege zu gehen, greift das Projekt das international erprobte Konzept des „Social Prescribing“ auf.
Funktionsweise und Ziele
Kern des Projekts ist es, dass Ärztinnen, Psychiater und Psychotherapeutinnen ausgewählte Patienten zur sogenannten „Link-Workerin“ schicken. Dort werden gemeinsam passende Kulturangebote wie Konzerte, Theaterbesuche oder kreative Kurse ausgesucht und vermittelt. Die psychosomatische Klinik am Westpfalzklinikum übernimmt hierbei eine zentrale Rolle in der Kooperation.
Für die wissenschaftliche Begleitung sorgt eine Machbarkeitsstudie unter Leitung der Chefärztin Janina Geib. Ziel ist es, die Wirksamkeit der kulturellen Verschreibungen für das gesundheitliche Wohlbefinden zu überprüfen.
Unterstützer und Ausblick
Das Pilotprojekt wird gefördert von der Bundeskulturstiftung und dem rheinland-pfälzischen Kulturministerium. Bürgermeister Schulz äußerte seinen Dank für die Unterstützung und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, das Modell in einer zweiten Förderphase ausweiten zu können.
Christoph Dammann, Leiter des Kulturreferats und Initiator, sieht einen positiven Wandel in der Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft: Während anfangs Unsicherheit herrschte, findet die Idee mittlerweile breite Unterstützung.
Blick in die Zukunft
Mit „Kunst und Kultur auf Rezept“ erprobt Kaiserslautern als erste deutsche Stadt einen zukunftsweisenden Weg, Gesundheit und Lebensqualität über kulturelle Teilhabe zu stärken. Die Ergebnisse der bevorstehenden Studie könnten wegweisend für das gesamte Gesundheitssystem sein und das Thema noch stärker auf die politische Agenda rücken.
Die Auftaktveranstaltung fand im Probenraum der Fruchthalle statt, bei der Christoph Dammann, Manfred Schulz und Janina Geib ihre Vision für das Projekt vorstellten.
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