Kaiserslautern stockt Zuschuss für Gartenschau auf
550.000 Euro zusätzlich sollen Inklusionsbetrieb stabilisieren – Zukunftskonzept bis 2026 geplant
Die Stadt Kaiserslautern stärkt die Gartenschau finanziell und reagiert damit auf die schwierige Lage des Inklusionsbetriebs. Ein Beschluss des Stadtrats sieht eine einmalige Erhöhung des Betriebskostenzuschusses um 550.000 Euro vor, zusätzlich zum bestehenden jährlichen Zuschuss von 900.000 Euro.
Hintergrund zur finanziellen Situation der Gartenschau
Seit 2008 betreibt die Gemeinnützige Integrationsgesellschaft Kaiserslautern mbH (iKL GmbH) das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Das Ziel: Menschen mit Beeinträchtigung den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Trotz einer jährlichen Förderung der Stadt in Höhe von 900.000 Euro und Bereitstellung eines Grünflächentrupps geriet die Einrichtung in finanzielle Schieflage.
In der Stadtratssitzung am 6. Oktober erläuterte David Lyle, Geschäftsführer der iKL GmbH, die problematische Entwicklung. Die Einnahmen stagnieren, während die Kosten, insbesondere im Personalbereich, weiter steigen. Hinzu kommt das Auslaufen von Landeshilfen und die Reduzierung bzw. Einstellung weiterer Zuschüsse. 2025 erhält die Gartenschau so nur noch 1.531.000 Euro von ursprünglich geplanten 2.115.000 Euro an Fördermitteln.
Schließung drohte – Stadt reagiert
Angesichts der anhaltenden Finanzierungslücke stand eine Schließung der Gartenschau im Raum. Die Wirtschaftlichkeit sei langfristig nicht gegeben, erklärte die Stadt, und eine sinnvolle Fortführung nur mit zusätzlichen Maßnahmen möglich.
Oberbürgermeisterin Beate Kimmel hob die Dringlichkeit hervor: „Die Gartenschau benötigt dringend Geld – und ein langfristiges zukunftssicheres Konzept.“ Sie zeigte sich erleichtert, dass der Stadtrat den zusätzlichen Zuschuss mittrage und betonte die Bedeutung der Einrichtung für das Stadtleben.
Nächste Schritte: Zukunftskonzept und weitere Zuschussgeber
Die Stadt, die Lebenshilfe und die Geschäftsführung der iKL GmbH wollen nun gemeinsam ein langfristiges Konzept zur Sicherung des Betriebs über das Jahr 2026 hinaus entwickeln. Bis Mitte 2026 soll eine konkrete Empfehlung vorliegen. Erste Gespräche laufen bereits.
Ein weiteres Ziel des Stadtrats ist die Suche nach zusätzlichen oder neuen Zuschussgebern. Auch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt den eingeschlagenen Kurs, bleibt jedoch bei einer strikten Haushaltsführung.
Bekenntnis zur Urbanität und Freizeitkultur
Die Oberbürgermeisterin sprach sich in der Sitzung mit Nachdruck für den Erhalt städtischer Freizeiteinrichtungen aus. Diese seien für die Urbanität und Lebensqualität der Stadt unverzichtbar und müssten „mit Zähnen und Klauen“ verteidigt werden.
Weiterführende Hinweise
Die Sitzung des Stadtrates vom 6. Oktober diente als primäre Informationsquelle für die aktuelle Entwicklung. Wie die weitere finanzielle Stabilisierung der Gartenschau konkret aussehen wird, bleibt bis Mitte 2026 eine zentrale Frage.
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