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Kaiserslautern setzt auf Solarenergie-Ausbau

160 Hektar Freiflächen und Reserveflächen für Photovoltaik geplant – Bebauungspläne als Voraussetzung

Die Stadt Kaiserslautern steht vor der Herausforderung, ihre Klimaziele zu erreichen und den Weg zur Energieautarkie weiterzugehen. Photovoltaik-Anlagen sollen dabei eine zentrale Rolle übernehmen, insbesondere auf Freiflächen, wie nun ein aktuelles Konzept zeigt. Dabei ging der Weg zu einer Entscheidung über das weitere Vorgehen nicht ohne Kontroversen vonstatten.

Diskussion um geeignete Flächen für Solarstrom

Bereits seit längerem wird in Kaiserslautern diskutiert, an welchen Standorten neue Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) entstehen könnten. Während Anlagen auf Dächern und überdachten Parkflächen bereits etabliert sind, bieten große Freiflächen die Chance, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu steigern. Doch gerade bei der Frage nach den konkreten Standorten herrschte zunächst Uneinigkeit in politischen Gremien und in den einzelnen Stadtteilen.

Das „Freiflächen-Photovoltaik Konzept“

Das Referat Stadtentwicklung erarbeitete ein umfassendes Konzept, in dem 55 sogenannte Potenzialflächen mit einer Gesamtausdehnung von 265 Hektar aufgelistet wurden. Diese Flächen verteilen sich vor allem auf den Norden der Stadt, wo die topographischen Bedingungen größere Areale zulassen.

  • Für alle Potenzialflächen ist zukünftig die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich, um Baurecht für die Errichtung von PV-Anlagen zu schaffen.
  • Zusätzlich sind etwa 80 Hektar „privilegierte Flächen“ vorgesehen, für die laut Baugesetzbuch kein Bebauungsplan notwendig ist, insbesondere entlang von zweispurigen Bahnstrecken und Autobahnen.
  • Rund 18 Hektar an Parkplatzflächen könnten ebenfalls für die Stromproduktion per PV genutzt werden, befinden sich jedoch meist in Privateigentum, was den Einfluss der Stadt einschränkt.
  • Von der Konzeptvorlage zum politischen Kompromiss

    Der Bauausschuss hatte das Konzept bereits im Juni 2025 beschlossen, doch in den Ortsbeiräten stieß vor allem die Auswahl und Größe der Potenzialflächen auf Kritik. Im Verlauf der Abstimmungen wurden zahlreiche Flächen herausgenommen, sodass von den ursprünglich 265 Hektar nur noch gut 160 Hektar übrigblieben.

    Dies stellte die Mitglieder des Stadtrates vor die Wahl: Sollten sie den gekürzten Beschlüssen der Ortsbeiräte folgen oder doch die vollständige Kulisse aller potenziellen Flächen weiterhin vorhalten?

    Kompromisslösung sichert Klimaschutz und Flexibilität

    Nach intensiven Diskussionen setzte sich schließlich ein Kompromiss durch, der zunächst im Bauausschuss und schließlich am 2. Februar auch im Stadtrat eine Mehrheit fand:

    • Die nach den Abstimmungen in den Ortsbeiräten verbliebenen 160 Hektar werden weiterhin als Potenzialflächen ausgewiesen.

    • Flächen, die abgelehnt wurden, verbleiben im Konzept – jedoch als neue Kategorie „Reserveflächen“. Sie sind somit nicht vollständig gestrichen, sondern könnten künftig aktiviert werden, falls zusätzlicher Flächenbedarf entsteht.

      Ausblick: Nächste Schritte auf dem Weg zur Energiewende

      Bevor auf den Potenzialflächen Photovoltaikanlagen entstehen können, müssen für diese jeweils Bebauungspläne aufgestellt werden. Bei den „privilegierten Flächen“ entlang Bahnstrecken und Autobahnen ist dies nicht notwendig, wodurch sich hier potenziell schneller Projekte realisieren lassen. Die Parkplatzflächen bleiben dagegen eine Herausforderung, solange sie überwiegend in privatem Besitz sind.

      Die Stadt Kaiserslautern hält mit dem Kompromisskurs mehrere Optionen offen, um flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können – ein entscheidender Schritt, um die angestrebten Klimaziele nachhaltig zu erreichen.

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