Kaiserslautern investiert in nachhaltige Wärme
Stadt startet digitale Planung für effiziente Wärmequellen und setzt auf Bund-Unterstützung

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Die Stadt Kaiserslautern macht einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Wärmeversorgung und verstärkt damit ihre Anstrengungen für den Klimaschutz. Mit dem erstmaligen Zusammentreffen des Kommunalen Wärmetischs setzt Kaiserslautern die gesetzlichen Vorgaben zur kommunalen Wärmeplanung frühzeitig um und positioniert sich als Vorreiter unter den deutschen Kommunen.
Hintergrund: Gesetzliche Vorgaben und die Rolle der Kommunen
Seit dem 1. Januar 2024 ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) in Kraft. Es verpflichtet Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, bis zum 30. Juni 2026 detaillierte Wärmepläne vorzulegen und diese alle fünf Jahre zu aktualisieren. Kaiserslautern hat die Bedeutung dieser Zukunftsaufgabe bereits 2023 erkannt und durch einen Ratsbeschluss den Grundstein für eine nachhaltige Wärmeversorgung gelegt.
Erstes Treffen des Kommunalen Wärmetischs
Am Mittwoch kamen erstmals rund 35 Vertreterinnen und Vertreter städtischer Unternehmen, Verbände, Vereine sowie aus Verwaltung und Politik zum Kommunalen Wärmetisch im Haus des Wassers in der Roten Hohl zusammen. Das Gremium versammelt alle zentralen Akteursgruppen, die für eine erfolgreiche Umsetzung der kommunalen Wärmewende maßgeblich sind.
Die Moderation lag bei Anna Kroschel und Sandra Giglmaier vom Planungsbüro B.A.U.M. sowie Philipp Klughardt von Fichtner. Das dreistündige Treffen wurde mit Grußworten von Umweltreferatsleiterin Bettina Dech-Pschorn und Jürgen Storck von den Stadtwerken eröffnet, bevor die Moderatoren Einblicke in die aktuelle Wärmesituation und den bundesweiten Kontext gaben.
Schwerpunkte der ersten Sitzung
Datenerhebung und digitale Zwillinge als Grundlage
Ein zentrales Element der zukünftigen Planung ist die umfassende Datenerfassung. Diese reicht vom Gebäudebestand über Sanierungsstände bis hin zum Potenzial für erneuerbare Energien, die Nutzung von Abwärme oder Abwasser. Ziel ist es, auf dieser Basis einen digitalen Zwilling der Stadt zu erstellen. Dieser soll ermöglichen, den Energieverbrauch und die Potenziale bis auf die Ebene einzelner Gebäude darzustellen.
Die Eignung verschiedener Wärme- und Energiequellen wird für jedes Stadtviertel individuell analysiert. So ist beispielsweise ein Fernwärmenetz nur dort sinnvoll, wo eine ausreichende Gebäudedichte vorliegt.
Wünsche und Anliegen der Beteiligten
Zum Abschluss der Sitzung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Wünsche und Hinweise äußern. Besonders hervorgehoben wurde der Wunsch nach einer zentralen Anlauf- und Beratungsstelle für Fragen rund um die Wärmewende sowie der Bedarf an noch mehr Transparenz im Prozess. Die Organisatoren planen in den kommenden Monaten zwei weitere Treffen für den Expertenkreis. In der zweiten Jahreshälfte wird auch die Öffentlichkeit zur Teilnahme eingeladen.
Finanzierung und Ausblick
Für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung übernimmt der Bund sämtliche Kosten. Damit ist gewährleistet, dass die Stadt Kaiserslautern die ambitionierten Ziele ohne finanzielle Belastung für die Bürgerinnen und Bürger vorantreiben kann. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Stadt gemeinsam mit den Akteuren die Weichen für eine klimafreundliche und zukunftsfähige Wärmeversorgung stellen kann.
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