Kaiserslautern gedenkt am Volkstrauertag
Bürger, Bundeswehr und Stadt betonen Frieden, Sicherheit und zivile Verteidigung

Die jährliche Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Ehrenfriedhof des Hauptfriedhofes in Kaiserslautern bildete am Sonntag, den 16. November, einen würdevollen Rahmen, um an die Opfer von Krieg und Gewalt zu erinnern. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Bundeswehr sowie Reservisten kamen zusammen, um gemeinsam innezuhalten. Veranstaltet wurde die Gedenkfeier von der Stadtverwaltung Kaiserslautern und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, begleitet vom Kolpingblasorchester Kaiserslautern 1912 e.V.
Plädoyer für Friedenssicherung und Werte
In seiner Ansprache rückte Bürgermeister Manfred Schulz die Bedeutung des Friedens in den Mittelpunkt. Er erinnerte an die Millionen Opfer der beiden Weltkriege sowie kriegerischer Konflikte und betonte, dass Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg eine außergewöhnlich lange Friedensperiode erlebt habe.
Schulz unterstrich die zentralen Werte Freiheit, Demokratie, Respekt und Gerechtigkeit als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dabei stellte er die Frage, wie diese Werte auch in einer zunehmend von Unsicherheit geprägten Welt geschützt werden können. Ein Zitat aus seiner Rede verdeutlicht dies:
„Deutschland hat das Glück, seit dem Zweiten Weltkrieg im Frieden zu leben“, sagte Schulz. „Doch in einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit geprägt ist, stellt sich für uns die Frage: Wie können wir den Frieden bewahren? Wie können Werte, für die wir stehen – Freiheit, Demokratie, Respekt, Gerechtigkeit – schützen und verteidigen?“
Aktuelle Herausforderungen und sicherheitspolitische Lage
Der Bürgermeister ging auch auf die aktuelle Weltlage ein. Er verwies auf Bedrohungen durch aggressive Außenpolitik und nannte insbesondere den Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 als mahnendes Beispiel. Die Rückkehr militärischer Konflikte nach Europa lasse keinen Zweifel daran, dass Friedenssicherung zu einer fortwährenden Aufgabe geworden ist.
„Frieden zu bewahren ist ein Ziel, für das wir uns täglich einsetzen müssen – in der Politik und vor allem in der Diplomatie. Eine starke Verhandlungsposition hat jedoch nur derjenige, der auch über ein starkes Militär verfügt“, so Bürgermeister Schulz weiter.
Verteidigungsbereitschaft und Bündnistreue als Aufgabe
Die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft und eine bessere Ausstattung der Bundeswehr waren weitere Kernpunkte der Rede von Bürgermeister Schulz. Er hob hervor, wie wichtig moderne Ausrüstung, exzellente Ausbildung und die verlässliche Erfüllung finanzieller Verpflichtungen gegenüber der NATO seien. Die Kritik, dass Deutschland seiner Bündnistreue nicht immer ausreichend nachgekommen sei, untermauerte die Relevanz einer nachhaltigen Sicherheitspolitik.
Kommunale Verantwortung und zivile Verteidigung
Neben den internationalen Herausforderungen betonte Schulz auch die Rolle der kommunalen Ebene. Die Stadtverwaltung Kaiserslautern investiert gezielt in zivile Verteidigung, um die Versorgung der Bevölkerung im Krisenfall zu gewährleisten. Dazu zählen Alarmierungspläne, die Absicherung der Verwaltung und der Schutz kritischer Infrastrukturen.
„Auch wir als Stadt sind gefragt, Strukturen zu schaffen, um im Ernstfall die Versorgung der Menschen sicherzustellen“, betonte Schulz.
Der Volkstrauertag als Tag der Reflexion
Bürgermeister Schulz schloss seine Rede mit einem eindringlichen Appell an die Verantwortung und Wachsamkeit der Gesellschaft:
„Volkstrauertag ist ein Tag der Mahnung, Erinnerung und der Reflexion. Frieden ist nie selbstverständlich. Das ist Erkenntnis, uns die Geschichte lehrt.“
Die Gedenkfeier in Kaiserslautern machte deutlich, dass friedliches Zusammenleben, wehrhafte Demokratie und eine funktionierende Zivilgesellschaft nicht nur politische, sondern auch kommunale Aufgaben sind. Gerade in unsicheren Zeiten erhält das Erinnern an Krieg und Gewalt besondere Bedeutung – als Aufforderung, für Frieden, Respekt und Gerechtigkeit einzustehen.
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