IGS Bertha von Suttner: Abriss oder Teilerhalt?
Stadtrat entscheidet über Zukunft des Fachklassentrakts mit Sternwarte und innovativem 3D-Pausenhof

Die Zukunft des alten Fachklassentrakts an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bertha von Suttner am Schulzentrum Süd beschäftigt aktuell Politik und Schulträger. Während der Neubau der Schule kurz vor der Fertigstellung steht, wurde nun diskutiert, ob der Abriss des bestehenden Gebäudes tatsächlich notwendig ist – oder ob ein innovativer Umbau dem Standort neue Perspektiven eröffnet.
Vor-Ort-Termin der Ausschüsse bringt Bewegung
Am Donnerstagnachmittag besichtigten die Mitglieder des Bau- und Schulträgerausschusses im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung die Räumlichkeiten direkt vor Ort. Ziel war es, sich ein Bild vom aktuellen Zustand des Fachklassentrakts zu verschaffen und mögliche Nutzungsszenarien auszuloten.
Aktuell steht die Idee im Raum, aus Teilen des gut erhaltenen Gebäude-Kerns einen sogenannten „3D-Pausenhof“ zu realisieren. Dieser würde mit mehreren Ebenen, Spiel- und Sportgeräten sowie begrünten Flächen weit über einen klassischen Pausenbereich hinausgehen. Die Überdachung und Beschattung erscheinen besonders sinnvoll, um den Folgen zunehmender Hitzeperioden zu begegnen – ein Punkt, der angesichts der komplett unverschatteten Forumsebene besonders ins Gewicht fällt.
Sternwarte als Herzstück und Argument für den Erhalt
Ein vollständiger Abriss des Gebäudes würde auch das Ende der beliebten Sternwarte auf dem Dach bedeuten. Diese wird von Schülergruppen, Lehrerinnen und Lehrern der Physik, diversen AGs und sogar dem Fachbereich Physik an der RPTU regelmäßig und mit großem Engagement genutzt.
Der Erhalt der Sternwarte zählt deshalb zu den wichtigsten Anliegen der Schulgemeinschaft. Die Ausschussmitglieder unterstrichen die hohe Wertschätzung für dieses besondere Angebot.
Planungen und Kostenüberblick durch Architekturbüro
Das Architekturbüro Jagsch erhielt im Auftrag des Referats Gebäudewirtschaft den Auftrag, verschiedene Varianten zur Umgestaltung des Trakts zu kalkulieren und zu prüfen. In enger Abstimmung mit den Schulleitungen der IGS und der Kurpfalz Realschule plus sowie Arbeitsgruppen wurden dabei unterschiedliche Nutzungsideen entwickelt.
Bemerkenswert: Der Teilerhalt ist zwar teurer, kann aber durch das Startchancenprogramm des Bundes gefördert werden. Dadurch würde die finanzielle Belastung für die Stadt deutlich sinken.
Engagierte Unterstützung aus Politik und Schule
Sowohl Schuldezernentin Anja Pfeiffer als auch Baudezernent Manuel Steinbrenner zeigten sich begeistert von der Idee, innovative Lösungen statt eines reinen Abrisses zu verfolgen. Der stellvertretende Schulleiter Carsten Braun befürwortete diese Pläne explizit.
Am Ende der Sitzung entschied der Ausschuss einstimmig, dem Stadtrat den Teilerhalt und damit die zukünftige Nutzung des Gebäudes unter Beibehaltung der Sternwarte zu empfehlen. Bei einem positiven Beschluss soll gemeinsam mit den Schulen in eine detaillierte Planungsphase eingestiegen werden.
Wie geht es weiter?
Der Ball liegt nun beim Stadtrat, der über den Vorschlag des Teilerhalts entscheiden wird. Bei Zustimmung könnten die Planungen für den multifunktionalen Pausenhof schon bald weiter konkretisiert werden. Der Fokus liegt dabei auf einer nachhaltigen und vielseitig nutzbaren Lösung, die sowohl den Anforderungen von Klimaschutz als auch der schulischen Gemeinschaft gerecht werden soll.
Das Thema bleibt spannend – nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen Sternwarte, die für viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte einen besonderen Wert darstellt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie der Stadtrat entscheidet und ob der Wandel am Standort SZ Süd gelingt.
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