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Gynäkologie in Kaiserslautern vor großem Wandel

Westpfalz-Klinikum erweitert Praxisräume und Öffnungszeiten – neue Facharztpraxis für Privatpatientinnen gestartet

Die gynäkologische Versorgung in Kaiserslautern und dem umliegenden Landkreis steht vor Herausforderungen: Patientinnen beklagen seit Längerem begrenzte Kapazitäten, lange Wartezeiten und Hürden bei Arztwechsel oder Neuaufnahmen, insbesondere im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung. Stadt und Westpfalz-Klinikum begegnen diesen Problemen nun mit einer gezielten Ausbaustrategie.

Engpässe bei der frauenärztlichen Versorgung

Obwohl offizielle Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung keine kritische Unterversorgung ausweisen, berichten viele Frauen von erheblichen Schwierigkeiten: "Wir haben tatsächlich ein Versorgungsengpass – auch wenn die Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) dies nicht belegen. Ich kann die Notlage der betroffenen Frauen wirklich nachvollziehen – daher ist es eine Herzensangelegenheit, diese Thematik anzugehen und das Versorgungsangebot zu verbessern und auszubauen", betont Anja Pfeiffer, Sozialdezernentin der Stadt Kaiserslautern und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des Westpfalz-Klinikums.

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Westpfalz-Klinikums erlebt die hohe Nachfrage tagtäglich: "Die ambulante gynäkologische Versorgung in Kaiserslautern und im Landkreis ist seit einiger Zeit angespannt. Uns ist bewusst, dass es für Patientinnen, insbesondere gesetzlich Versicherte, schwierig sein kann, einen Termin zu bekommen oder die Praxis zu wechseln. Das hören wir nicht nur aus der Bevölkerung, sondern merken es auch im Klinikbetrieb", erläutert Dr. med. Alexander Ast, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Ein weiteres Indiz: Immer häufiger suchen Frauen mit eigentlich ambulant behandelbaren Beschwerden die Notaufnahme auf.

MVZ baut Kapazitäten gezielt aus

Das MVZ in Kaiserslautern betreut bereits Patientinnen in zwei Praxen – an der Pirmasenser Straße unter Leitung von Dr. med. Ulrike Friedrich sowie in der frauenärztlichen Praxis am Westpfalz-Klinikum mit Schwerpunkt Pränataldiagnostik. Um das Angebot zu stärken, plant das Klinikum eine Verlegung der Praxis von Dr. Friedrich in größere Räumlichkeiten am Pfaffplatz und eine personelle Erweiterung des Teams.

Die neue Praxis soll ab dem ersten Quartal 2026 ihren Betrieb aufnehmen und mittelfristig rund 3.000 – überwiegend gesetzlich versicherte – Patientinnen pro Quartal betreuen. Dies liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Auch die Erreichbarkeit wird verbessert: Geplante erweiterte Sprechzeiten, etwa am Samstagvormittag sowie mittwochs und freitags am Nachmittag, und ein Online-Terminbuchungsportal erleichtern künftig den Zugang zur Versorgung.

Neue Angebote und weiterer Ausbau

Ein weiteres Element der Ausbaustrategie: Auf Initiative von Dr. med. Alexander Ast und in Zusammenarbeit mit der Stadt ist es gelungen, den Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Torsten Schwarz, für eine Niederlassung in Kaiserslautern zu gewinnen. Zum 1. April 2025 hat er eine Praxis eröffnet, die speziell Privatpatientinnen und Selbstzahlerinnen versorgt. Damit wird das Spektrum der frauenärztlichen Versorgung in Kaiserslautern zusätzlich erweitert.

Langfristige Perspektive für die Region

Prof. Dr. med. Karlheinz Seidl, Ärztlicher Direktor des Westpfalz-Klinikums, unterstreicht das Ziel: "Unser Ziel ist es, die Versorgung von Patientinnen in der Region Westpfalz und insbesondere im Stadtgebiet Kaiserslautern langfristig zu sichern und auszubauen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die ambulante gynäkologische Betreuung für möglichst viele Frauen zu verbessern."

Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die das Team der neuen Praxis verstärken möchten, sind ausdrücklich zur Kontaktaufnahme eingeladen.

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