Antisemitischer Angriff auf Stolpersteine in Kaiserslautern
Familie Hené betroffen - Stadt ersetzt Steine und stellt Strafanzeige
Die Stadt Kaiserslautern steht unter Schock: Am Donnerstag, dem 15. Mai, wurden in der Steinstraße die Stolpersteine der Familie Hené gewaltsam entfernt. Die Stadtverwaltung reagierte prompt mit einer deutlichen Stellungnahme und bewertet den Vorfall als mutmaßlich gezielten Angriff auf die Erinnerungskultur.
Gezieltes Vorgehen statt gewöhnlicher Vandalismus
Die Stolpersteine – kleine, im Gehweg eingelassene Gedenktafeln – erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger, die während des Nationalsozialismus entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Nach Angaben der Stadt waren die Steine fachgerecht in Leichtbeton eingesetzt. Ihre Entfernung erforderte daher gezieltes und bewusstes Vorgehen. Ein einfacher Vandalismus werde ausgeschlossen, vielmehr stehe der Verdacht eines antisemitisch motivierten Angriffs im Raum.
Juristische Schritte und Ersatz der Gedenksteine
Die Stadt Kaiserslautern kündigt an, Strafanzeige zu stellen. In enger Abstimmung mit der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinpfalz und der Initiative Stolpersteine wird daran gearbeitet, die zerstörten Steine zeitnah zu ersetzen. Für die provisorisch entstandene Lücke im Gehweg wurde bereits eine Zwischenlösung gefunden.
Klares Signal gegen Antisemitismus
„Mit großer Bestürzung haben wir vom gewaltsamen Entfernen von vier Stolpersteinen in unserer Stadt erfahren – Gedenksteine, die an das Schicksal unserer ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Mitbürger erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Dieser feige Akt der Zerstörung ist nicht nur ein Angriff auf die Erinnerung an Opfer des Holocaust, sondern auch ein Angriff auf die Werte unserer Stadt: Respekt, Menschlichkeit und das entschiedene Eintreten gegen Antisemitismus, Hass und Gewalt. Wir verurteilen diese Tat auf das Schärfste.
Die Stolpersteine sind Teil unserer gelebten Erinnerungskultur. Sie mahnen uns, nicht zu vergessen, was geschah – und was nie wieder geschehen darf. Dass sich jemand an diesen Symbolen der Erinnerung vergreift, ist beschämend und erschütternd. Es zeigt, wie notwendig unser gemeinsamer Einsatz gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit weiterhin ist.
Ich versichere Angehörigen der Opfer, den Unterstützerinnen und Unterstützern der Stolperstein-Initiative, der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz sowie allen Bürgerinnen und Bürgern: Wir werden die zerstörten Stolpersteine schnellstmöglich ersetzen und unser Engagement für eine aktive Erinnerungskultur weiter stärken. Unsere Stadt steht zusammen – gegen jede Form von Antisemitismus. Das Andenken an unsere ermordeten Bürgerinnen und Bürger wird bleiben. Niemand wird es auslöschen.“
Mit diesen deutlichen Worten setzt Bürgermeister Manfred Schulz, stellvertretend für den gesamten Stadtvorstand, ein klares Zeichen gegen Hass und für die Bewahrung der Erinnerung.
Gesellschaftliches Engagement bleibt zentral
Der Vorfall macht nachdrücklich deutlich, wie wichtig das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger für eine aktive Erinnerungs- und Gedenkkultur bleibt. Die Stadt Kaiserslautern stellt sich durch ihren Schulterschluss mit Initiativen und jüdischer Gemeinde dezidiert gegen jede Form von Antisemitismus.
Kontaktmöglichkeiten
Für Rückfragen oder Hinweise steht die Pressestelle der Stadt Kaiserslautern zur Verfügung.
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