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ADFC-Fahrradklimatest 2024: Kaiserslautern braucht mehr Sicherheit

Note 4,2 zeigt Fortschritte, aber auch große Herausforderungen bei Radwegen und Falschparkkontrolle

Der aktuelle Fahrradklimatest 2024 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wirft ein differenziertes Licht auf die Situation des Radverkehrs in Kaiserslautern. Zwar bleibt die Gesamtnote mit 4,2 auf dem Niveau der Vorjahre und zeigt damit, dass das Radfahren in der Stadt weiterhin als wenig sicher und komfortabel empfunden wird. Dennoch gibt es Anzeichen für positive Entwicklungen in mehreren Teilbereichen.

Detailverbesserungen in Verwaltung und Infrastruktur

Auf den zweiten Blick offenbart der Fahrradklimatest, dass sich die Lage für Radfahrende in einigen Bereichen verbessert hat. Die Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Julia Bingeser, betont, dass insbesondere dort, wo städtische Handlungsspielräume bestehen, die Bewertungen positiv ausfallen. So erhält die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr mit der Note 2,0 eine gute Bewertung, ebenso wie das öffentliche Fahrradverleihsystem mit 2,2.

Erfreulich ist auch der Fortschritt bei der Radverkehrsförderung in der Stadtverwaltung. Zwischen 2012 und 2024 verbesserte sich die Bewertung hier von 4,6 auf 3,7. Die Einrichtung einer Vollzeitstelle für Radverkehrsplanung im Referat Stadtentwicklung seit 2020 zeigt Wirkung. Auch bei der Anpassung von Ampelschaltungen konnte eine Steigerung von 5,2 auf 4,6 erzielt werden. Mittlerweile sind rund 70 Prozent der relevanten Ampelanlagen mit Radsignalen, vorgezogenen Haltelinien und Aufstellflächen ausgestattet.

Herausforderungen: Sicherheit und Kontrolle

Trotz dieser Fortschritte besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Kritisch bewertet wurden insbesondere die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen (Note 4,9), der Winterdienst (5,0) sowie die Führung an Baustellen (5,1). Julia Bingeser weist darauf hin, dass Falschparken auf Geh- und Radwegen nach wie vor zu häufig verharmlost wird, obwohl die städtischen Maßnahmen intensiviert wurden. Im Jahr 2023 erfolgten 1.935 Verwarnungen wegen Parkens auf Geh- und Radwegen, im Jahr 2024 sogar 2.280; im ersten Halbjahr 2025 sind bereits 1.216 Verwarnungen ausgesprochen worden.

Ein weiteres Sorgenkind bleibt das subjektive Sicherheitsgefühl. Die Situation hat sich hier laut den Bewertungen erneut verschlechtert. Neben Mängeln in der Infrastruktur spielen laut Bingeser auch breitere Fahrzeuge und abnehmende Rücksichtnahme im Straßenverkehr eine Rolle, die das Konfliktpotential in engen Innenstadtstraßen erhöhen.

Bedeutung getrennter Radwege und begrenzter Raum

Der Wunsch vieler Bürger nach baulich getrennten Radwegen bleibt ungebrochen – doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Umweltdezernent Manuel Steinbrenner weist darauf hin, dass anders als in Metropolen wie Paris oder Barcelona, Kaiserslautern nicht vom dichten öffentlichen Nahverkehr profitiert, was eine umfassende Verlagerung auf das Fahrrad erschwert. Die Förderung des Radverkehrs muss daher stets auch Fußverkehr und öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) berücksichtigen, zumal der öffentliche Raum ebenfalls für Begrünung und Klimaanpassung benötigt wird.

Weitere Schritte und Bürgerbeteiligung

Die Stadtverwaltung nimmt den aktuellen Testbericht nach eigenen Angaben zum Anlass, gezielt an weiteren Verbesserungen zu arbeiten. Dazu gehören auch die Auswertung von Freitextkommentaren der Umfrage, um Hinweise und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger in die Planungen einzubeziehen.

Weiterführende Informationen

  • Ergebnisse des Fahrradklimatestshttps://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse

  • Mobilitätsportal der Stadt Kaiserslautern

    Informationen zu aktuellen Maßnahmen

    https://geoportal.kaiserslautern.de/mportal

    Wie sich die Situation für Radfahrende in den kommenden Jahren entwickelt, bleibt abzuwarten. Der Wille zur Verbesserung ist deutlich, doch die Herausforderungen in puncto Sicherheit, begrenztem Raum und Infrastruktur erfordern kontinuierliches Engagement aller Beteiligten.

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